Energiegenossenschaft Odenwald weiter auf Wachstumskurs
Erneut 2,5 Prozent Dividende auf Genossenschaftsanteile
Erbach. „Nachhaltig Geld investieren in die Region“ – mit diesem Bekenntnis untermauerte Vorstandsvorsitzender Christian Breunig auf der Generalversammlung die Marschrichtung der 2009 ins Leben gerufenen Energiegenossenschaft Odenwald (EGO), die am Dienstag (16.06.2026) am Erbacher Firmensitz im „Haus der Energie“ stattgefunden hat. Mit 2.763 (Stand 31. Dezember 2025) Mitgliedern ist sie eine der größten Energiegenossenschaften Deutschlands. An der Versammlung haben 149 Anteilseigner teilgenommen. Durch die Tagesordnung führte Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Lothar Petry. Wie in den zurückliegenden Jahren, zahlt die EGO eine Dividende von 2,5 Prozent auf die Guthaben aus. Diese setzt sich aus einem Basiszins eines Prozents und ergebnisorientierten 1,5 Prozent zusammen. Seit der Gründung wurde viel investiert: in rund 100 Fotovoltaikanlagen unter ökologischen und Nachhaltigkeitsgesichtspunkten und schlüsselfertig erstellte Immobilien, darunter etliche Kindertagesstätten, und nicht zuletzt in den weiteren Ausbau des Erbacher Standorts. Hier ragen neben der Fertigstellung eines Neubaus, in den im August 2025 das Jugendamt des Odenwaldkreises eingezogen ist, das im Rohbau befindliche „Haus der Zukunft“, das voraussichtlich in einem Jahr fertiggestellt und schwerpunktmäßig als Ärztezentrum in Betrieb gehen wird. Im Berichtsjahr erfolgten der Umbau und die Erweiterung der Kita in Schaafheim-Mosbach. Auch wurde das Hauptgebäude „Haus der Energie“ weiter ausgebaut, in welches vor kurzem die Stabsstellen des Landratsamtes soweit der Landrat selbst Büros bezogen haben.
Zur Nachhaltigkeitsstrategie zählen auch die Bürgerbeteiligung, die über das Zeichnen von Geschäftsanteilen (derzeit 12,4 Millionen Euro) hinausgeht. So werde die EGO absehbar ein fünftes projektbezogenes Mitgliederdarlehen auflegen. „Ihr Kapital fließt in langfristige Investitionen“, kündigte Breunig an. Seit der Gründung konnten an Dividenden 3,3 Millionen Euro und Nachrangdarlehen in Höhe von knapp 600.000 Euro ausgeschüttet werden. 3,9 Millionen Euro flossen an Steuerzahlungen in öffentliche Kassen. Wofür ferner Slogans wie „Wir bauen Zukunft“ oder „Zukunft gemeinsam gestalten“ stehen, zählte der Vorstandsvorsitzende laufende Projekte auf: Neubau einer Kita in Zotzenbach und die bevorstehende Aufstockung der Kita Sonnenschein in Erbach. Auch an Ausschreibungen zur Erneuerung öffentlicher Gebäude, Schulen und Feuerwehrhäuser sei die EGO beteiligt. Bewährt und bezahlt gemacht habe sich ein weiterer Grundsatz, ausschließlich auf den Einsatz bewährter Handwerksunternehmen aus der Region zu setzen, unterstrich Breunig. Die EGO sei dafür bekannt, Zeit- und Kostenrahmen stets einzuhalten. Vorstand Thomas Mergenthaler stellte den Jahresertrag 2025 aus eigenen PV-Anlagen vor, der dank eines sonnenreichen Jahres gegenüber rund 1,8 Millionen Euro im Vorjahr auf 2,06 Millionen Euro gesteigert werden konnte. Dies entspreche einem Plus von 14 Prozent, so Mergenthaler. Allein die Dachanlagen verfügen über rund 5,5 Megawatt installierte Leistung. Hinzu kommen 21,9 Megawatt an eigenen oder beteiligten Freiflächenanlagen. In Planung seine zwei weitere Dach- und drei Freiflächenanlagen.
Zum Jahresergebnis 2025: Die Bilanzsumme beträgt 43,7 Millionen Euro der Jahresüberschuss einschließlich Gewinnvortrag 1,1 Millionen (1,02). Das Eigenkapital konnte von 16,4 auf 16,6 Millionen gesteigert werden. An Ergebnisrücklagen verfügt die EGO über 3,1 Millionen Euro (2,6 Millionen). Das Geschäftsguthaben beläuft sich auf 12,3 Millionen Euro (12,7 Millionen).
Zur Gewinnung, insbesondere jüngerer, Neumitglieder geht die EGO an Schulen und bietet neuerdings einen Mitgliedergutschein an. Am und im „Haus der Energie“ finden Kultur- und Großveranstaltungen wie die Odenwälder Handwerkstage oder die Hochzeitsmesse statt. Auch können Räumlichkeiten angemietet werden.
Zur Wiederwahl in den Aufsichtsrat stellte sich Sabine Krämer-Eis aus Erbach, die turnusmäßig nach drei Jahren ausgeschieden war. Sie wurde einstimmig (bei fünf Enthaltungen) wiedergewählt. Ebenfalls einstimmig (bei zwei Enthaltungen) wurden der Jahresabschluss festgestellt, die Verwendung (bei einer Gegenstimme) beschlossen und Aufsichtsrat und Vorstand (bei je einer Gegenstimme) entlastet. Wirtschaftsprüfer Dominik Kitzinger vom Genossenschaftsverband (Neu-Isenburg) bescheinigte der EGO, bereits angesichts einer Eigenkapitalquote von 38 Prozent (Vorjahr 37,2 Prozent), „ein sehr positives Ergebnis“.


